Schlüsseltechnologie

Cyberagentur beauftragt Forschung zu autonomen robotischen Kommunikationsnetzen

FZI und DFKI entwickeln neue Ansätze für resiliente Kommunikation in Krisenlagen

Vertreter der Cyberagentur sowie der Forschungspartner FZI und DFKI nach der Unterzeichnung der Projekturkunden zum offiziellen Start der Forschungsphase des Programms MoIn-LaMAS am 9. Juli 2026.
Vertreter der Cyberagentur sowie der Forschungspartner FZI und DFKI nach der Unterzeichnung der Projekturkunden zum offiziellen Start der Forschungsphase des Programms MoIn-LaMAS am 9. Juli 2026. Foto: Cyberagentur

Die Agentur für Innovation in der Cybersicherheit GmbH (Cyberagentur) hat am 9. Juli 2026 gemeinsam mit dem FZI Forschungszentrum Informatik und dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) den offiziellen Start der Forschungsphase des Programms MoIn-LaMAS besiegelt. Ziel ist die Entwicklung autonomer robotischer Systeme, die in Krisenlagen selbstständig eine belastbare Kommunikationsinfrastruktur aufbauen und aufrechterhalten können.

Start für eine neue Generation autonomer Kommunikationsinfrastrukturen

Mit der Unterzeichnung der Projekturkunden hat die Cyberagentur am 9. Juli 2026 den offiziellen Start der Forschungsphase ihres Forschungsprogramms MoIn-LaMAS – Mobile Infrastruktur: Lageorientierung für Mobile Autonome Systeme eingeleitet. Gemeinsam mit zwei leistungsfähigen Forschungspartnern sollen in den kommenden zwei Jahren Technologien entstehen, die Kommunikationsnetze auch dort aufbauen und stabil halten können, wo bestehende Infrastrukturen ausgefallen oder nicht vorhanden sind.

Die Urkunden unterzeichneten auf Seiten der Cyberagentur die kaufmännische Geschäftsführerin Bettina Bubnys sowie die Referatsleiterin Unbemannte Systeme und Robotik, Dr. Eva-Maria Heinke. Für die Forschungspartner unterschrieben Johannes Mangler, Technischer Projektleiter des FZI-Vorhabens R.O.A.M. – Roboterteams für Autonome Lagebilder und Mobile Ad-hoc-Netzwerke, sowie Dr.-Ing. Malte Wirkus, Projektleiter des DFKI-Projekts ART-LaKo – Autonomes Roboter-Team zur Erstellung und Aufrechterhaltung eines Lagebildes und einer Kommunikationsinfrastruktur in Krisenfällen.

Ziel ist ein Demonstrator, der die Praxistauglichkeit der entwickelten Technologien unter realitätsnahen Einsatzbedingungen nachweist.

Kommunikation wird Teil des autonomen Lagebildes

MoIn-LaMAS verfolgt einen Forschungsansatz, der sich deutlich von bestehenden Arbeiten im Bereich autonomer Robotik und mobiler Kommunikationsnetze unterscheidet. Während viele internationale Forschungsprojekte Navigation, Verbundsteuerung oder Funkkommunikation getrennt betrachten, verbindet MoIn-LaMAS diese Disziplinen zu einem integrierten Gesamtsystem.

Im Mittelpunkt steht die Entwicklung autonomer Systeme, die nicht nur ihre Umgebung erfassen, sondern gleichzeitig die Qualität der Kommunikationsverbindungen bewerten und ihre Positionen entsprechend anpassen. Faktoren wie Funkreichweite, Bandbreite, Störungen oder Geländeprofile werden Bestandteil des digitalen Lagebildes. Auf dieser Grundlage entscheiden die Systeme eigenständig, wie Kommunikationsknoten optimal verteilt oder verlagert werden müssen.

Damit wird Kommunikation selbst zu einer entscheidenden Informationsquelle für die autonome Entscheidungsfindung.

Heterogene Roboterverbünde schaffen resiliente Netze

Ein weiterer wissenschaftlicher Schwerpunkt liegt auf der Zusammenarbeit unterschiedlicher autonomer Plattformen. Luftgestützte und bodengebundene Systeme bilden gemeinsam einen heterogenen Verbund, der Kommunikationsnetze flexibel aufbauen, erweitern und rekonfigurieren kann.

Dadurch entsteht eine mobile Infrastruktur, die sich kontinuierlich an veränderte Einsatzbedingungen anpasst. Fällt ein Kommunikationsknoten aus oder verändert sich die Lage, organisiert sich das Netzwerk selbstständig neu. Dieser Ansatz erhöht die Robustheit gegenüber Ausfällen und ermöglicht Kommunikationsverbindungen auch in schwer zugänglichen oder stark gestörten Einsatzräumen.

Die erwarteten Forschungsergebnisse besitzen insbesondere für den Bevölkerungsschutz, den Katastrophenschutz sowie den Grenzschutz ein erhebliches Innovationspotenzial.

„Mit MoIn-LaMAS erforschen wir Technologien, die Kommunikationsinfrastrukturen nicht nur ersetzen, sondern sie unter dynamischen Bedingungen eigenständig aufbauen und erhalten können. Die Verbindung von Robotik, Künstlicher Intelligenz und Kommunikation eröffnet völlig neue Möglichkeiten für zukünftige Einsatzszenarien“, sagt Thilo Behrendt, Leiter des Programms in der Cyberagentur.

Zwei Forschungsansätze für ein gemeinsames Ziel

Die beiden ausgewählten Forschungsvorhaben verfolgen unterschiedliche wissenschaftliche Ansätze und ergänzen sich gegenseitig.

Das FZI Forschungszentrum Informatik entwickelt mit R.O.A.M. Verfahren für autonome Roboterteams, die Lagebilder erstellen und mobile Ad-hoc-Kommunikationsnetze aufbauen.

Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI) erforscht mit ART-LaKo autonome Robotersysteme, die gleichzeitig Lagebilder erzeugen sowie Kommunikationsinfrastrukturen in dynamischen Krisenszenarien aufrechterhalten.

Beide Projekte leisten damit einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung zukünftiger Schlüsseltechnologien für eine resiliente und adaptive Kommunikationsversorgung unter anspruchsvollen Einsatzbedingungen.

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