Was könnte in zehn bis 15 Jahren in der Cybersicherheit Spitzenklasse sein? Wie sieht die Zukunft im Bereich der Cybersicherheit und den dazugehörigen Schlüsseltechnologien aus? Welche Bedrohungen gibt es in zehn bis 15 Jahren im Cyberraum und wie müssen Akteure der Inneren und Äußeren Sicherheit aufgestellt sein, um den Bedrohungen wirksam begegnen zu können? Antworten findet unser Innovationsmanagement: Mittels qualitativer und quantitativer Trendanalysen werden Trends identifiziert und durch Szenario- und Foresightanalysen künftige Möglichkeitsräume aufgespannt. Die Erkenntnisse fließen als Impulse in unsere drei Schwerpunkte und deren Themenfelder ein, innerhalb derer wir Forschungsprojekte beauftragen. Auch werden sie der Bundesrepublik Deutschland und ihren Bedarfsträgern zur Verfügung gestellt.
Doch wie geht das Innovationsmanagement vor?
Scanning und Vernetzung: Interdisziplinarität als Erkenntnismodus
Das Team für Innovations- und Wissensmanagement der Cyberagentur setzt sich aus Expertinnen und Experten unterschiedlichster Fachrichtungen zusammen. Diese heterogene Zusammensetzung ist nicht bloß Ausdruck gelebter Vielfalt, sondern konstituiert den methodischen Kern der Arbeit: Der interdisziplinäre Blick. Gerade die Unterschiedlichkeit der Perspektiven erlaubt es, technologische, gesellschaftliche und politische Entwicklungen aus einer Vielzahl an Blickwinkeln frühzeitig zu identifizieren und kontextualisiert zu bewerten. Zur systematischen Erschließung von Zukunftspotenzialen analysiert das Team kontinuierlich relevante Quellen: Dazu zählen wissenschaftliche Datenbanken, strukturierte Datensätze, Presseveröffentlichungen sowie Fach- und Branchenreports. Ziel ist es, frühe Signale technologischer oder gesellschaftlicher Transformationen zu erkennen und in einen analytischen Diskurs zu überführen.
Zentrale Voraussetzung für das Verstehen von Innovationsprozessen ist dabei auch der unmittelbare Austausch mit jenen Akteuren, die an ihrer Entstehung beteiligt sind. Daher engagiert sich das Team auf Konferenzen, Fachveranstaltungen und in Dialogformaten mit Startups, Unternehmen und Forschungseinrichtungen, um neue Impulse aufzunehmen, Trends in ihrer Entstehungsumgebung zu beobachten. Wer verstehen will, wo Innovation entsteht, muss sich an den Schnittstellen von Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft bewegen.
Cyberagentur Landscapes: Strategische Trendkartierung
Im Rahmen der sogenannten Cyberagentur Landscapes erstellt das Team regelmäßig thematische und länderspezifische Trendprofile. Zentrale Leitfragen dieser Analysen sind: Welche disruptiven Technologien werden in den kommenden zehn bis fünfzehn Jahren sicherheitsrelevant? Und welche Staaten, Unternehmen oder Forschungseinrichtungen treiben deren Entwicklung bereits heute maßgeblich voran?
Text Mining: Identifikation von Trends in wissenschaftlichen Publikationen
Ein weiteres zentrales Instrument zur Früherkennung technologischer Entwicklungen ist die automatisierte Analyse wissenschaftlicher Veröffentlichungen mittels Text Mining. Hierbei wird das weltweite Publikationsgeschehen als Frühindikator technologischer Bewegungen genutzt. Denn obwohl die Zukunft nicht empirisch messbar ist, lässt sich aus der Forschung der Gegenwart ableiten, welche technologischen Paradigmen sich abzeichnen.
Szenario- und Foresightanalysen: Vorausschau als strategischer Kompass
Die Erkenntnisse aus den Trendanalysen bilden die Grundlage für strukturierte Zukunftsbetrachtungen in Form von Szenario- und Foresightanalysen. Ziel dieser Methodik ist nicht die Vorhersage, sondern die systematische Erkundung möglicher Zukünfte im Feld der Cybersicherheit. Dabei werden soziale, technologische, politische, ökonomische und ökologische Entwicklungen in kohärente Szenarien überführt, die Entscheidungsträgern Orientierung bieten.