Cybersicherheit komplexer Systeme

DDK: Verlässliche Bild- und Tonübertragung trotz Minimalbandbreite

Ausschreibung zum Forschungsprogramm DDK: Daten reduzieren, Medieninhalte zuverlässig rekonstruieren

Dr. Marcus Hillmann erläutert zur Ausschreibung des Forschungsprogramms DDK die Bedeutung verlässlicher Kommunikation in schwierigen Umgebungen.
Dr. Marcus Hillmann erläutert zur Ausschreibung des Forschungsprogramms DDK die Bedeutung verlässlicher Kommunikation in schwierigen Umgebungen. Foto: freepik/Cyberagentur

Die Agentur für Innovation in der Cybersicherheit GmbH (Cyberagentur) veröffentlichte am 16. März 2026 die Ausschreibung zum Forschungsprogramm „Datenrekonstruktion nach gezielter Datenreduktion in schwierigen Kommunikationsumgebungen mit Fokus auf Bild und Ton“ (DDK). Gesucht werden Forschungs- und Entwicklungsansätze, die Video, Bild und Ton auch bei minimaler Bandbreite gezielt reduzieren, sicher übertragen und anschließend zuverlässig rekonstruieren – ohne einsatzkritische Inhalte zu verfälschen.

Mit der Veröffentlichung der Ausschreibung bringt die Cyberagentur ein neues Forschungsprogramm auf den Weg. Im Fokus von DDK sollen Technologien und Ansätze stehen, die Bild-, Video- und Audiodaten so behandeln, dass sie trotz Kommunikation mit minimaler und ggf. unzuverlässiger Übertragungsrate sicher nutzbar bleiben. Dafür sollen diese Daten vor der Übertragung gezielt reduziert und auf Empfängerseite mithilfe moderner Verfahren wiederhergestellt beziehungsweise hochskaliert werden. Maßgeblich ist dabei vor allem, dass besonders einsatzkritische Inhalte automatisch erkannt werden und bei der Übertragung  unverfälscht erhalten bleiben. Es ist zudem davon auszugehen, dass die hierfür notwendigen Verfahren den Bedarf an Ressourcen wie z.B. Energie und Rechenleistung erhöhen, welche in Einsatz- und Katastrophenszenarien ebenfalls nur äußerst begrenzt verfügbar sind. Entsprechend gilt es, gleichzeitig die Fragestellung der optimalen Ressourcenallokation zu adressieren, um auch mit knappen Ressourcen die bestmögliche Qualität der Übertragung gewährleisten zu können.

Am Ende des Programms sollen praxistaugliche Ansätze vorliegen, die sich bereits in Demonstratoren vorführen, überprüfen und bewerten lassen und damit einen Technologiereifegrad von TRL 4 erreichen. Hierdurch will die Cyberagentur die Kommunikationsfähigkeit von Akteuren der inneren und äußeren Sicherheit im Einsatz konkret verbessern – insbesondere dort, wo Bandbreite knapp ist und dennoch ein verlässliches Lagebild sowie robuste Entscheidungen erforderlich sind. Inhaltlich setzt DDK vor allem auf Verfahren aus dem Umfeld von Machine Learning und Deep Learning sowie auf Methoden der Medienverarbeitung und des AI-Upscalings. Ergänzend wird ein nachhaltiger fachlicher Austausch gefördert, bei welchem sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus diesen Bereichen vernetzen.

„Wenn Kommunikation in kritischen Situationen unzuverlässig wird oder gar komplett ausfällt, dann stellt dies eine akute Gefährdung für Gesundheit und Leben beteiligter Personen dar.“, sagt Dr. Marcus Hillmann, Programmleiter und Forschungsreferent in der Abteilung Cybersicherheit komplexer Systeme. „DDK adressiert genau diese Lücke: Wir wollen Kommunikationstechnologien so voranbringen, dass Inhalte auch unter widrigen Bedingungen übertragen werden können und dabei verlässlich bleiben.“

Im Forschungsprogramm DDK nutzt die Cyberagentur erstmals Public Procurement of Innovative Solutions (PPI), um erfolgreiche Forschungsergebnisse, gemeinsam mit Bedarfsträgern, frühestmöglich in eine marktgängige Umsetzung zu bringen. Ziel ist es, den Transfer in die Anwendung zu beschleunigen und wirksame Ansätze schneller verfügbar zu machen.

Eine sich anschließende, mögliche spätere Serienfertigung sichert zudem Arbeitsplätze, in dem der öffentliche Bedarfsträger als Erstbesteller Einnahmen sichert und zugleich Vorteile von Innovationen nutzt.

Die Anforderungen werden funktional formuliert, maßgeblich ist die nachweisbare Leistung der Lösung. Die Auswahl erfolgt in einem wettbewerblichen Verfahren, in dem Anbieter Umsetzung, Sicherheit und Leistungsfähigkeit belegen müssen.

Vorgeschaltet ist ein Teilnahmewettbewerb, anschließend folgen drei Phasen: Eine vergütete Konzepterstellung (bis zu vier Teilnehmende), eine drei Jahre dauernde Phase zur Lösungserkundung sowie eine einjährige Phase zur Lösungserprobung (jeweils bis zu zwei Auftragnehmer). Die Auswahlentscheidungen trifft eine Jury, die sich aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Cyberagentur sowie externen Expertinnen und Experten zusammensetzt.

Mit der Veröffentlichung richtet sich die Cyberagentur an leistungsfähige Bewerber und Bewerbergemeinschaften aus Wissenschaft und Wirtschaft – insbesondere an Forschungseinrichtungen, Unternehmen sowie Verbünde mit ausgewiesener Expertise in KI-gestützter Medienverarbeitung und sicherer Kommunikation. Insbesondere sollten sich auch Betriebe oder Neugründungen allein oder mit anderen bewerben, die auf Grundage der Forschungs- und Entwicklungsergebnisse ein marktgängiges Produkt erstellen und anbieten wollen. Ziel ist es, exzellente Ansätze zu identifizieren, im Wettbewerb weiterzuentwickeln und für den Sicherheitskontext technologisch belastbar zu demonstrieren.

Im Supplement zum Amtsblatt der Europäischen Union wurde die Ausschreibung mit der Auftragsbekanntmachungsnummer TED 188421-2026 (https://ted.europa.eu/de/notice/-/detail/188421-2026) veröffentlicht. Einreichungsfrist für die Teilnahme ist der 21.05.2026, 14:00 Uhr. Interessierte Forschungseinrichtungen und Unternehmen können ab sofort ihre Teilnahme bekunden. Eine Beteiligung ist sowohl allein als auch im Konsortium möglich.

Weitere Informationen:

https://www.cyberagentur.de/programme/ddk/

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