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Digital-Gipfel: Forschung trifft Politik

Cyberagentur präsentiert erste Meilensteine aus vier Forschungsprogrammen.

Forschung, Innovation und digitale Souveränität: Michael Vetter, Sven Weizenegger, Michael Domberg und Thomas Röwekamp diskutieren beim Side-Event zum Digital-Gipfel 2026.
Forschung, Innovation und digitale Souveränität: Michael Vetter, Sven Weizenegger, Michael Domberg und Thomas Röwekamp diskutieren beim Side-Event zum Digital-Gipfel 2026. Foto: Cyberagentur

Die Agentur für Innovation in der Cybersicherheit GmbH (Cyberagentur) hat auf einem Side-Event des Bundesverteidigungsministeriums beim Digital-Gipfel 2026 vier Forschungsprogramme mit ihren Projektpartnern vorgestellt. Erste Meilensteine und technologische Entwicklungsstände aus der Cybersicherheitsforschung stießen auf großes Interesse bei politischen Gästen.

Der Digital-Gipfel der Bundesregierung stand am 2. und 3. November unter dem Motto „Shaping AI: safe, sovereign, competitive“. Im Mittelpunkt standen die Sicherheit Künstlicher Intelligenz, die digitale Souveränität Europas und die internationale Wettbewerbsfähigkeit. Die Bundesregierung verfolgt dabei unter anderem das Ziel, Deutschland bis 2030 als führenden KI-Standort zu etablieren. Der Gipfel, eröffnet von Bundesdigitalminister Dr. Karsten Wildberger und besucht von Bundeskanzler Friedrich Merz, bildete den politischen Rahmen für den Austausch.

Das vom Bundesministerium der Verteidigung veranstaltete Side-Event „Digitale Souveränität als Gefechtswert – Das digitale Gefechtsfeld der Zukunft“ am 3. November im Cyber Innovation Hub der Bundeswehr in Berlin bot Gelegenheit zur Diskussion zwischen Politik, Wissenschaft, Sicherheitsbehörden und technologischer Forschung. Dabei präsentierten die Cyberagentur und der Cyber Innovation Hub ihre Forschungsansätze und erste Ergebnisse.

Forschung braucht Mut und technologische Weitsicht

Wie aus risikoreicher Forschung langfristige Sicherheitsfähigkeiten entstehen, stand im Mittelpunkt der Podiumsdiskussion der Veranstaltung. Generalleutnant Michael Vetter, Abteilungsleiter Innovation und Cyber im Bundesministerium der Verteidigung, betonte den Wert einer ergebnisoffenen Forschung: „Das Schöne an der Cyberagentur ist: Sie kann auch Themen untersuchen, bei denen herauskommt, dass es nichts wird. Und trotzdem ist es ein erfolgreiches Innovationsprojekt, weil wir geprüft haben, ob diese Technologie künftig relevant ist.“

„Unser Geschäft ist es, dieses Regal, aus dem der Innovation Hub heute schöpft, auch in 15 Jahren zu füllen – mit Innovationen und Technologien, die wir haben und kein anderer“, verwies Michael Domberg von der Cyberagentur auf die unterschiedlichen Zeithorizonte von Forschung und Anwendung: Die strategische Vorausschau und das frühzeitige Erkennen technologischer Durchbrüche seien dafür entscheidend.

Dass wissenschaftlicher Fortschritt allein nicht ausreiche, machte Sven Weizenegger, Leiter des Cyber Innovation Hub der Bundeswehr, deutlich: „Wenn ich eine Organisation nicht in die Lage versetze, das aufzunehmen, dann kann ich hier so viel entwickeln, wie wir wollen. Dann haben wir ein Problem.“ Entscheidend seien Strukturen, die neue Technologien schneller in die praktische Nutzung überführen.

Auch Thomas Röwekamp (CDU/CSU), Vorsitzender des Verteidigungsausschusses des Deutschen Bundestages, unterstrich die vorhandenen technologischen Kompetenzen Deutschlands. Für deren sicherheitspolitische Nutzung formulierte er eine klare Forderung: „Es geht nicht mehr um die Frage, ob wir das können. Es geht wirklich nur um die Frage, ob wir es wollen.“

Die Diskussion in der Moderation von Nana Brink, Leiterin der Redaktion „Sicherheit & Verteidigung“ von Tagesspiegel Background, verdeutlichte damit die komplementären Aufgaben von langfristiger Sicherheitsforschung, schneller Technologieintegration und politischer Gestaltung. Die beim Digital-Gipfel vorgestellten Forschungsmeilensteine der Cyberagentur zeigten, wie diese Bereiche ineinandergreifen können.

Forschungsergebnisse für die digitale Souveränität

Die Cyberagentur verdeutlichte mit vier Forschungsprogrammen, wie langfristige, risikoreiche Forschung konkrete Beiträge zur technologischen Handlungsfähigkeit und Sicherheit Deutschlands leisten kann.

Mobiler Quantencomputer (MQC): Die Forschungspartner entwickeln Quantencomputer, die künftig unabhängig von spezialisierten Laborumgebungen eingesetzt werden könnten. neQxt zeigte erstmals öffentlich ein Modell seines Systems „maQue“. Bereits im August 2026 hatte das Unternehmen eine erste funktionsfähige Ausbaustufe demonstriert. Parallel forschten Oxford Ionics mit Infineon Technologies sowie Quantum Brilliance mit Parity Quantum Computing an weiteren technologischen Ansätzen.

BCI – Sichere Gehirn-Computer-Schnittstellen: Im Forschungsprojekt NAFAS entwickelt Zander Laboratories nicht-invasive neurotechnologische Systeme zur Erfassung mentaler Zustände und zur adaptiven Mensch-Maschine-Interaktion. Zentrale Anforderungen sind Datensicherheit, Transparenz und die Kontrolle über persönliche Gehirndaten.

HEGEMON – Sicherheit generativer KI: Das Forschungsprogramm untersucht, wie sich generative KI-Modelle in sicherheitskritischen Anwendungen zuverlässig bewerten und vergleichen lassen. Dafür entwickeln DFKI und GAF, dida Datenschmiede, Fraunhofer IIS sowie InfAI wissenschaftliche Prüfverfahren und angepasste KI-Modelle. Im Fokus stehen Anwendungen mit Geoinformationsdaten.

AuBi – Sichere digitale Identitäten: Bundesdruckerei, neXenio und die Universität Potsdam erforschen neue biometrische Authentifizierungsverfahren. Das Projekt „Self-ID“ untersucht unter anderem, wie individuelle Reaktionen beim Erkennen des eigenen Gesichts zur sicheren Identitätsprüfung genutzt werden können.

Weitere Informationen und Einreichungen:

www.cyberagentur.de/programme/

www.bmds.bund.de/aktuelles/digital-gipfel

https://bmds.bund.de/aktuelles/pressemitteilungen/detail/digitale-souveraenitaet-als-gefechtswert-das-digitale-gefechtsfeld-der-zukunft-nur-auf-einladung

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