Schlüsseltechnologie

Navigation ohne Satelliten – Sicherheit im quantentechnologischen Ernstfall

Cyberagentur veröffentlicht Ausschreibung zum Forschungsprogramm EloQa

Mit dem Forschungsprogramm EloQa untersucht die Cyberagentur, wie verwundbar quantenbasierte Navigationssysteme gegenüber zukünftiger elektronischer Kampfführung sind und welche Schutzmaßnahmen für GNSS-unabhängige Positionierung erforderlich sind.
Mit dem Forschungsprogramm EloQa untersucht die Cyberagentur, wie verwundbar quantenbasierte Navigationssysteme gegenüber zukünftiger elektronischer Kampfführung sind und welche Schutzmaßnahmen für GNSS-unabhängige Positionierung erforderlich sind. Foto: freepik/Cyberagentur

Die Cyberagentur hat am 19. Januar 2026 die Ausschreibung zum Forschungsprogramm „Schutzmaßnahmen für Quantentechnologie gegen zukünftige elektronische Kampfführung – Position, Navigation, Timing“ (EloQa) veröffentlicht. Gegenstand ist eine Übersichtsstudie zu quantenbasierten Systemen der Positionsbestimmung, Navigation und Zeitmessung (PNT) mit besonderem Fokus auf deren Verwundbarkeit gegenüber künftiger elektronischer Kampfführung.

Ausgangspunkt des Forschungsprogramms ist ein sicherheitsstrategisches Kernproblem: Nahezu alle heutigen zivilen und militärischen Navigationssysteme operieren in einem GNSS-abhängigen Umfeld. In sogenannten GNSS denied environments – etwa durch Störung, Täuschung oder Ausfall satellitengestützter Systeme – ist die Verfügbarkeit zuverlässiger Navigation nicht mehr gewährleistet.

Quantenbasierte PNT-Systeme gelten als vielversprechender Ausweg aus dieser Abhängigkeit. Dazu zählen insbesondere inertiale Quantensensoren sowie quantensensorische Verfahren zur Navigation anhand des Erdmagnetfelds oder von Gravitationsanomalien. Ziel dieser Technologien ist es, klassische elektronische Kampfführung wirkungslos zu machen und autonome, robuste Navigation zu ermöglichen.

Gleichzeitig besteht hier eine zentrale Forschungslücke: Elektronische Kampfführung gegen Quantensysteme ist bislang kaum untersucht. Während quantenbasierte PNT-Ansätze oft als inhärent resilient betrachtet werden, fehlen systematische Analysen zu möglichen Angriffspfaden, Störeinflüssen und realistischen Gegenmaßnahmen.

Genau an dieser Stelle setzt EloQa an. Die ausgeschriebene Übersichtsstudie soll quantentechnologische PNT-Ansätze ganzheitlich bewerten – einschließlich ihres technologischen Reifegrads, ihrer Einsatzfähigkeit bis 2040, ihrer Abhängigkeit von Umweltfaktoren sowie potenzieller Angriffs- und Störszenarien im Kontext zukünftiger elektronischer Kampfführung. Ergänzend sollen praktikable Schutzmaßnahmen und Forschungsbedarfe identifiziert werden.

Mit EloQa schafft die Cyberagentur eine belastbare Grundlage, um die Entwicklung quantenbasierter Navigationssysteme sicherheitsorientiert auszurichten, technologische Fehlannahmen frühzeitig zu korrigieren und robuste GNSS-unabhängige PNT-Fähigkeiten für sicherheitskritische Anwendungen vorzubereiten.

Auf der Elektronischen Vergabeplattform wurde die Ausschriebung unter dem Geschäftszeichen 352 CAN VV 2025 (https://www.evergabe-online.de/tenderdetails.html?4&id=830880) veröffentlicht. Einreichungsfrist für die Teilnahme ist der 10.02.2026, 11:00 Uhr. Interessierte Forschungseinrichtungen und Unternehmen können ab sofort ihre Teilnahme bekunden. Eine Beteiligung ist sowohl allein als auch im Konsortium möglich.

Weitere Informationen: https://www.cyberagentur.de/programme/eloqa

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