Cyberagentur stärkt Europas Deep Tech
Die Agentur für Innovation in der Cybersicherheit GmbH (Cyberagentur) ist akkreditierter Plugin-Partner des European Innovation Council. Damit erhält sie eine neue europäische Anschlussoption für geeignete Cybersecurity-Projekte aus ihrem Forschungsportfolio und stärkt den Transfer risikoreicher Forschung in marktfähige Deep-Tech-Anwendungen.
Die formale Akkreditierung der Cyberagentur als akkreditierter Plugin-Partner des European Innovation Council (EIC) erfolgte bereits im Dezember 2025. Mit der Bestätigung der Teilnahme am Plugin kann die Cyberagentur ihre neue Aufgabe wahrnehmen.
Mit der Akkreditierung erhält die Cyberagentur eine neue Rolle im europäischen Innovationssystem. Sie kann geeignete Projekte aus ihrem Forschungsportfolio prüfen und bei positiver Bewertung für das Plugin-Verfahren des EIC Accelerator vorschlagen. Der Accelerator richtet sich an Start-ups und kleine sowie mittständische Unternehmen (KMU), die disruptive, risikoreiche und marktrelevante Innovationen entwickeln.
Das Plugin ist ein verkürzter Zugang zur Vollantragphase des EIC Accelerator. Dafür führt die Cyberagentur mit interessierten auftragnehmenden Unternehmen eine unabhängige Prüfung durch. Dieses Project Review bewertet das Innovationspotenzial, die technologische Reife, die Marktchancen und die Anschlussfähigkeit eines bestehenden Projekts. Eine positive Bewertung ersetzt nicht die Entscheidung des EIC. Sie ermöglicht jedoch, die erste Antragsstufe zu überspringen.
Für die Cyberagentur ist die Aufnahme in das EIC-Plugin strategisch relevant. Die Agentur arbeitet an Forschungsfragen, deren Nutzen oft erst in mehreren Jahren sichtbar wird. Das Plugin schafft eine europäische Anschlussoption für Ergebnisse, die den Sprung aus der frühen Forschung in marktfähige Anwendungen schaffen können. Damit wird der Übergang zwischen risikoreicher Cybersicherheitsforschung und europäischer Skalierung systematischer.
„Die Cyberagentur arbeitet dort, wo technologische Unsicherheit hoch und strategische Relevanz besonders groß ist. Das EIC-Plugin erweitert diese Arbeit um eine europäische Anschlussoption. Gute Forschungsergebnisse dürfen nicht im Labor enden. Sie müssen den Weg in robuste Anwendungen, Unternehmen und europäische Wertschöpfung finden“, sagt Prof. Dr. Christian Hummert, Forschungsdirektor und Geschäftsführer der Cyberagentur.
Die Akkreditierung ist ein deutliches Signal. Cybersicherheit, Künstliche Intelligenz, Quantentechnologien, sichere Hardware und Dual-Use-Technologien sind zentrale Felder europäischer Handlungsfähigkeit. Der EIC ordnet diese Themen zunehmend in den Rahmen strategischer Autonomie und technologischer Souveränität ein. Die Cyberagentur verbindet damit ihre nationale Aufgabe mit einem europäischen Transfer- und Skalierungsinstrument.
Im Akkreditierungsverfahren musste die Cyberagentur darlegen, wie sie ihre Forschungsprogramme begleitet, welche Projekt- und Finanzvolumina sie verantwortet, wie der Plugin-Prozess in bestehende Abläufe integriert werden kann, nach welchen Kriterien Bewerber ausgewählt werden und wie Rechte an geistigem Eigentum gesichert werden. Damit wird das Verfahren nicht nur als zusätzlicher Zugang zum EIC verstanden, sondern als qualitätsgesicherter Prozess innerhalb des Forschungs- und Innovationsmanagements der Agentur.
Der European Innovation Council begleitet risikoreiche Deep-Tech-Innovationen entlang verschiedener Technologiereifegrade. Pathfinder adressiert frühe Forschung, Transition unterstützt den Übergang in anwendungsnähere Entwicklungsstufen, der Accelerator setzt bei fortgeschrittener technologischer Reife an. Für den offenen Bereich des EIC Accelerator stehen 2026 nach Angaben des EIC 414 Millionen Euro bereit. Neben finanzieller Unterstützung bietet der Accelerator Zugang zu Coaching, Mentoring, Netzwerken und europäischen Innovationsökosystemen.
In Betracht kommen Projekte, die mindestens Technologiereifegrad TRL 5 erreicht haben, aus einem bestehenden Forschungsprogramm der Cyberagentur hervorgegangen sind und von einem Start-up oder KMU weiterentwickelt werden können. TRL steht für Technology Readiness Level und beschreibt den Reifegrad einer Technologie von der Grundlagenidee bis zur marktnahen Anwendung.
Mit der Rolle als EIC-Plugin-Partner stärkt die Cyberagentur ihre Position an der Schnittstelle von Forschung, Markttransfer und europäischer Sicherheitspolitik. Sie erweitert damit die Möglichkeiten, aus risikoreicher Cybersicherheitsforschung konkrete technologische Beiträge für Deutschland und Europa entstehen zu lassen.
Weitere Informationen:
https://www.cyberagentur.de/agentur/ueber-uns/#strategie-2026-2030