Die Agentur für Innovation in der Cybersicherheit GmbH (Cyberagentur) lädt zu einem virtuellen Partnering Event des Forschungsprogramms „Negative-Trust-Architekturen“ (Ne-Trust) ein.
Dienstag, 22. September 2026, 14:00 bis 17:00 Uhr
Die Anmeldung ist bis einschließlich 16. September 2026 über diesen Link möglich.
Ziel des Partnering-Events
Interessenten an dem neuen Forschungsprogramm können sich erste weitergehende Informationen zu den Inhalten beim anstehenden Partnering-Event einholen. Weiterhin haben alle Teilnehmenden die Möglichkeit, sich mit ihren Schwerpunktbereichen vorzustellen und so mit möglichen Partnern für die Bildung von Konsortien zu vernetzen.
Agenda
- Vorstellung der Cyberagentur
- Vorstellung des Programms Ne-Trust
- Vorstellung der Partner (je 2 Minuten)
Bitte senden Sie Ihre Vorstellungsfolien bis spätestens 18. September 2026 an ne-trust@cyberagentur.de.
Introduction Slide
Hier steht den angemeldeten Interessenten die Folie auch zum Download zur Verfügung.
Netiquette
Der digitale Raum soll den Austausch fördern und hat seinen Ausgangspunkt in einem kritisch-konstruktiven, aber vor allem respektvollen Umgang miteinander. Wir möchten Sie deshalb nachdrücklich um einen respektvollen Umgang miteinander bitten.
Hintergrund
IT-Systeme sehen sich einer zunehmenden Bedrohung durch Innentäterinnen und -täter ausgesetzt, die sich oftmals unbemerkt innerhalb von Systemen bewegen, IT-Strukturen erkunden und Schäden anrichten. Innentäterschaft besteht in unterschiedlichster Form und beinhaltet dabei böswillige, fahrlässige, kollusive oder kompromittierte Insider-Bedrohungen. Die zunehmende Wahrnehmung dieses Angriffsvektors wird zusätzlich durch die Nutzung von künstlicher Intelligenz (KI) befeuert. Diese aktuellen und zukünftigen Herausforderungen machen auch vor den Toren von Verwaltung, Verteidigung und Sicherheitsbehörden nicht Halt.
Um Bedrohungslagen wie diesen vorbereitet zu begegnen, haben IT-Sicherheitsparadigmen eine besondere Bedeutung: Sie prägen, wie IT-Systeme grundsätzlich entworfen, betrieben und geschützt werden. Als etabliertestes Beispiel gilt „Zero Trust“. Zero-Trust-Prinzipien werden als hilfreich erachtet, Anwendungszugriffe robuster gegen verschiedenartige Angriffe zu gestalten und die Resilienz der eigenen IT-Infrastruktur zu erhöhen. Als Maßnahme gegen Insiderangriffe stößt dieser Ansatz jedoch an seine Grenzen. Zentrale Grundlagenwerke, unter anderem die NIST-Leitlinie SP 800-207, weisen auf verbleibende Lücken und offenen Forschungsbedarf hin.
Vor diesem Hintergrund liegt die Notwendigkeit, ein weiterentwickeltes und neuartiges Paradigma zur effektiveren Abwehr von Innentäterinnen und -tätern zu erkunden, auch um IT-Systeme in der öffentlichen Verwaltung und von Akteuren der äußeren und inneren Sicherheit noch zukunftsfähiger zu gestalten.
Zielstellung
Ziel von Ne-Trust ist es deshalb, eine nachweisbar verbesserte Erkennung und proaktivere Abwehr von zunehmenden und veränderlichen Insider-Bedrohungen für IT-Systeme zu ermöglichen und somit über Zero Trust hinaus weiterzuentwickeln. Eigenständige Negative-Trust-Paradigmen sowie entsprechende Referenzarchitekturen für IT-Systeme sollen hier technologieoffen und interdisziplinär erforscht und erarbeitet werden. Die verbesserte Wirksamkeit gegen Insider-Bedrohungen sowie die technische Umsetzung einer solchen Architektur sollen untersucht, gemessen und demonstriert werden. Darüber hinaus hat das Programm den Anspruch, dass Forschungsprojekte auch soziale Effekte und rechtliche Aspekte bei der Erforschung von Negative-Trust-Architekturen mitbeleuchten.
Disruptive Risikoforschung
Das Programm baut auf dem neuartigen Begriff „Negative Trust“ auf, der in Verbindung mit Zero Trust steht, jedoch als autarker Name für ein eigenes Paradigma ausgelegt werden kann. Es bestehen erste Versuche der begrifflichen Definition von Negative Trust, so z.B. in Richtung von Deception Technology. Eine wissenschaftliche und interdisziplinäre Auseinandersetzung mit dem Begriff in Richtung eines eigenständigen, weiterentwickelten IT-Sicherheitsparadigmas ist bislang aber noch nicht erfolgt.
Ne-Trust setzt genau an dieser Lücke an und eröffnet die Möglichkeit für eine erstmalige wissenschaftliche Auseinandersetzung mit und Erarbeitung von Negative-Trust-Architekturen. Die Cyberagentur öffnet damit den Raum für neuartige und disruptive Forschungsperspektiven und setzt somit frühzeitige Impulse für Cybersicherheitsparadigmen und IT-Sicherheitsarchitekturen von und für Übermorgen.
Diese Zukunftsperspektive, ebenso wie die sprunghafte Verbesserung in der Abwehrfähigkeit von IT-Systemen und die komplexe Betrachtung von konzeptionellen, technologischen, sozialen und rechtlichen Fragestellungen, unterstreichen sowohl den ambitionierten als auch den wagnisbehafteten Charakter des Forschungsprogramms.