Agentur für Innovation in der Cybersicherheit startet neue Forschungsinitiative
Am 4. August 2026 veröffentlichte die Agentur für Innovation in der Cybersicherheit GmbH (Cyberagentur) die Ausschreibung für das Forschungsprogramm IRIS. Das Forschungsprogramm zielt darauf ab, innovative Ansätze zu entwickeln, die es autonomen robotischen Systemen in heterogenen Verbünden ermöglicht, auch in sehr herausfordernden Situationen robust interagieren können. Betrachtet werden soll die Interaktion zwischen Roboter und Roboter sowie Mensch und Schwarm.
Im Zentrum von IRIS steht eine sicherheitsrelevante Frage, die angesichts aktueller technologischer und geopolitischer Entwicklungen an Dringlichkeit gewinnt: Wie können autonome robotische Systeme in Schwärmen auch dann zuverlässig zusammenwirken, wenn Kommunikationskanäle ausfallen, Lokalisierung unzuverlässig wird oder äußere Einwirkungen die Koordination erschweren? Für Einsatzlagen in Krisen- und Katastrophensituationen ist diese Fähigkeit von grundlegender Bedeutung.
Mit IRIS greift die Cyberagentur zentrale Erkenntnisse und Ideen aus dem Ideenwettbewerb HAL2025 „Autonome intelligente Systeme im Schwarm“ auf und überführt sie in ein Forschungsprogramm mit klarer Anwendungs- und Umsetzungsperspektive. Damit wird ein offener Innovationsprozess konsequent weitergeführt: „Aus konzeptionellen Ansätzen und Wettbewerbsideen soll nun anschlussfähige Forschung entstehen, die wissenschaftliche Originalität mit sicherheitsrelevanter Wirksamkeit verbindet“, betont Dr. Eva-Maria Heinke, Referatsleiterin für Unbemannte Systeme und Robotik in der Cyberagentur.
Für die Bedarfsträger liegt die strategische Relevanz des Programms auf der Hand. Heterogene robotische Verbünde können perspektivisch Aufklärung, Schutz, Transport, Unterstützung und Lagebilderzeugung in Umgebungen übernehmen, in denen Menschen nicht oder nur unter hohem Risiko eingesetzt werden können. Besonders bedeutsam wird dies dort, wo (gezielte) Störungen im elektromagnetischen Spektrum, GPS-Ausfälle oder dynamische Umgebungen klassische Systeme an ihre Grenzen bringen. IRIS adressiert deshalb die Frage, wie sich robuste, selbstorganisierende und adaptive Verbünde entwickeln lassen, die auch unter widrigen Bedingungen handlungsfähig bleiben.
Tom Weber, Programmleiter von IRIS, betont: „Wir suchen Beiträge aus Robotik, Kommunikation, Navigation, Künstlicher Intelligenz und Mensch-Schwarm-Interaktion. Wir erwarten Forschungsideen, die robuste robotische Schwärme unter realen Störbedingungen neu denken.“
Von dem Programm mit einer Laufzeit von über drei Jahren werden entscheidende Impulse für die innere und äußere Sicherheit in Deutschland erwartet. Die Ergebnisse der Forschungsarbeiten werden in Form eines Demonstrators evaluiert, um die Praxistauglichkeit der entwickelten Technologien sicherzustellen.
Die Ausschreibung richtet sich an Forschungseinrichtungen und Unternehmen, die mit innovativen Konzepten zur Weiterentwicklung robuster und autonomer Schwarmrobotik beitragen möchten. Interessierte sind eingeladen, ihre Vorschläge bis zum 6. Oktober 2026 einzureichen. Weitere Informationen finden sich auf der Website der Agentur für Innovation in der Cybersicherheit.
Im Supplement zum Amtsblatt der Europäischen Union wurde die Ausschreibung mit der Auftragsbekanntmachungsnummer TED 539084-2026 veröffentlicht; Evergabe-online.de: https://www.evergabe-online.de/tenderdetails.html?2&id=877591. Ende des Teilnahmewettbewerbs ist der 6. Oktober 2026.