Schlüsseltechnologien

Robuste Interaktion robotischer Systeme in heterogenen Schwärmen für den Einsatz in Krisen- und Katastrophensituationen (IRiS)


Virtuelles Partnering-Event

Die Cyberagentur lädt zum Partnering-Event – „Robuste Interaktion robotischer Systeme in heterogenen Schwärmen für den Einsatz in Krisen- und Katastrophensituationen“ (IRiS) ein.

28. Mai 2026 – 14:00 – 17:00 Uhr

Anmeldung bis zum 22. Mai 2026 an:

Ziel des Partnering-Events

Interessenten an dem neuen Forschungsprogramm können sich erste weitergehende Informationen zu den Inhalten beim anstehenden Partnering-Event einholen. Weiterhin haben alle Teilnehmenden die Möglichkeit, sich mit ihren Schwerpunktbereichen vorzustellen und so mit möglichen Partnern für die Bildung von Konsortien zu vernetzen.

Agenda

  • Vorstellung der Cyberagentur
  • Vorstellung des Programms IRiS
  • Vorstellung der Partner (je 2 Minuten)

Bitte senden Sie Ihre Vorstellungsfolien bis spätestens 22. Mai 2026 an iris (at) cyberagentur.de

Introduction Slide

Hier steht den angemeldeten Interessenten die Folie auch zum Download zur Verfügung.

Netiquette

Der digitale Raum soll den Austausch fördern und hat seinen Ausgangspunkt in einem kritisch-konstruktiven, aber vor allem respektvollen Umgang miteinander. Wir möchten Sie deshalb nachdrücklich um einen respektvollen Umgang miteinander bitten.


Hintergrund

Der Einsatz unbemannter, teilautonomer und hochautomatisierter Systeme nimmt durch die wachsenden Möglichkeiten in der Robotertechnik weltweit zu. Dies gilt auch für Anwendungsfelder der Inneren und Äußeren Sicherheit. Bereits zum jetzigen Zeitpunkt setzen Landes- und Bundespolizei, Bundeswehr und Zivil- und Katastrophenschutzorganisationen auf unbemannte Systeme zur Unterstützung von Einsätzen. Zugleich ist absehbar, dass diese Systeme künftig nicht nur häufiger eingesetzt werden, sondern zunehmend auch in Schwärmen wirken. Gerade in Krisen- und Katastrophensituationen, in konfliktgeprägten Umgebungen oder beim Schutz kritischer Infrastrukturen wird die Fähigkeit entscheidend sein, dass unterschiedliche robotische Systeme auch unter erschwerten Bedingungen koordiniert, zuverlässig und adaptiv zusammenarbeiten.

IRiS setzt genau an dieser Stelle an. Das Forschungsprogramm adressiert die robuste Interaktion von robotischen Systemen in heterogenen Schwärmen. Solche Verbünde sollen auch dann handlungsfähig bleiben,wenn Kommunikation und Lokalisierung unzuverlässig wird, z.B. aufgrund von Störsendern oder schwierigen Umgebungsbedingungen. Relevanz entsteht daraus unmittelbar für Anwendungen, in denen Menschen dadurch nicht selbst im Gefahrenbereich tätig werden müssen und zuverlässige Aufklärungs-, Schutz- und/oder Unterstützungsleistung bei möglichst geringer Gefährdung des eingesetzten Personals erfolgen kann.

Zugleich knüpft IRiS an Impulse aus dem Ideenwettbewerb HAL2025 „Autonome intelligente Systeme im Schwarm“ an und überführt diese in ein strukturiertes Forschungsprogramm. Damit wird ein offener Innovationsprozess in einen anwendungsbezogenen Forschungsrahmen überführt, der wissenschaftliche Originalität, technologische Umsetzbarkeit und sicherheitsrelevanten Nutzen zusammenführt.

Zielstellung

Ziel des Vorhabens ist es, Ansätze zu erforschen und weiterzuentwickeln, auf deren Grundlage robotische Systeme im autonomen, heterogenen Verbund zuverlässig und robust interagieren können – auch dann, wenn Kommunikationskanäle unzuverlässig werden, Lokalisierung beeinträchtigt ist oder gezielte Störungen auf Funk- und Navigationssignale einwirken.

Im Zentrum steht damit nicht ein einzelnes Teilsystem, sondern das belastbare Zusammenwirken eines Schwarms unter realistischen Einsatzbedingungen. Dazu gehören die Fähigkeit zur dezentralen Koordination, zum vorausschauenden Umgang mit Kommunikationsabbrüchen, zur Nutzung alternativer Kommunikationswege, zur gegenseitigen Unterstützung zwischen unterschiedlichen Plattformen sowie zur nachvollziehbaren und steuerbaren Einbindung des Menschen in das Gesamtsystem.

Thematisch gliedert sich das Programm in die Forschungsschwerpunkte:

  • Roboter-Roboter-Interaktion
    Koordination, Kooperation und gegenseitige Unterstützung heterogener Systeme bei Navigation, Kommunikation und Aufgabenerfüllung sowie proaktive Bewegungs- und Planungsansätze für Schwärme, die Kommunikationsanforderungen, Störungen und Lokalisierungsunsicherheiten antizipieren.
  • Mensch-Schwarm-Interaktion
    Steuerbarkeit, Kontrolle und verständliche Aufbereitung komplexer Schwarmzustände für menschliche Bedienerinnen und Bediener.

Für die Bedarfsträger der Inneren und Äußeren Sicherheit eröffnet IRiS damit die Perspektive auf robotische Verbünde, die Aufklärung, Schutz, Transport, Unterstützung und Lagebilderzeugung auch dort übernehmen können, wo klassische Infrastrukturen ausfallen oder Störbedingungen den Einsatz konventioneller Systeme begrenzen.

Disruptive Risikoforschung

IRiS adressiert ein Feld mit hohem wissenschaftlichem und technologischem Risiko. Robustheit im heterogenen Schwarm unter gestörter Kommunikation und Lokalisierung ist kein gelöstes Problem. Der Stand der Technik konzentriert sich bislang meist auf klar abgegrenzte Szenarien, homogene Systeme oder reaktive Verfahren. Was fehlt, sind skalierbare, dezentrale und proaktive Ansätze, die Kommunikation, Navigation, Kooperation und menschliche Steuerbarkeit in einem integrierten Denkrahmen zusammenführen.

Gerade darin liegt der disruptive Anspruch des Programms. IRiS untersucht, wie sich Schwärme so organisieren können, dass sie Kommunikationsschwächen frühzeitig antizipieren, ihre Positionen entsprechend anpassen, alternative Übertragungswege mitdenken und sich untereinander auch physisch unterstützen. Der Schwarm soll nicht nur auf Störungen reagieren, sondern ihnen vorausschauend begegnen.

Hinzu kommt die Herausforderung, den Menschen sinnvoll in solche Systeme einzubinden. Zentral ist die Frage, wie die Steuerung eines autonom agierenden Verbundes auch unter fluktuierenden Kommunikationsbedingungen an den Menschen übergeben werden kann. Wenn ein heterogener Schwarm mit zahlreichen Sensoreingaben, Plattformtypen und Zuständen operiert, braucht es neuartige Schnittstellen und Verfahren, um komplexe Informationen verständlich, steuerbar und cybersicher verfügbar zu machen. Genau hier zielt IRiS auf neue Ansätze mit hohem Erkenntnisgewinn und erheblichem Umsetzungspotenzial.

Ob und in welchem Umfang diese Ziele erreicht werden können, ist aus heutiger Sicht offen. Gerade deshalb ist IRiS disruptive Risikoforschung: Das Programm bearbeitet ein sicherheitsrelevantes Zukunftsfeld, in dem die entscheidenden technologischen Durchbrüche noch ausstehen, der potenzielle Nutzen für Deutschland jedoch erheblich ist.

Fragen zum Programm? Schreiben Sie uns:

  1. Programm-Team: Unbemannte Systeme & Robotik
  2. E-Mail: iris@cyberagentur.de

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