Vertrauenswürdige Technische Wertschöpfungsketten

Unsichtbar kommunizieren

Partnersuche für Forschungsprogramm zu intelligenten Metaoberflächen für resiliente Kommunikation und Aufklärung

Die Cyberagentur lädt zum virtuellen Partnering-Event des Forschungsprogramms InSuReCS ein, um potenzielle Partner für neue Kommunikationslösungen zu vernetzen.
Die Cyberagentur lädt zum virtuellen Partnering-Event des Forschungsprogramms InSuReCS ein, um potenzielle Partner für neue Kommunikationslösungen zu vernetzen. Foto: freepik/Cyberagentur

Die Agentur für Innovation in der Cybersicherheit GmbH (Cyberagentur) lädt am 16. April 2026 zu einem virtuellen Partnering-Event zum Forschungsprogramm „Reconfigurable Intelligent Surfaces for Resilient Communication and Sensing (InSuReCS)“ ein. Im Mittelpunkt steht ein neuer Forschungsansatz für sichereund schwer aufklärbare Funkkommunikation und Aufklärung in hochmobilen Einsatzszenarien. Die Veranstaltung richtet sich an Wissenschaft, Unternehmen und weitere potenzielle Partner, die sich frühzeitig über Inhalte, Ziele und Kooperationsmöglichkeiten informieren wollen.

Mit dem Forschungsprogramm InSuReCS adressiert die Cyberagentur eine sicherheitspolitisch und technologisch hochrelevante Herausforderung: den Schutz drahtloser Kommunikation und Aufklärung in einem Umfeld, in dem gegnerische elektronische Kampfführung die eigene Übertragung aufklären, stören oder zur Lokalisierung nutzen kann.

Gerade im Einsatzumfeld ist drahtlose Funkkommunikation unverzichtbar. Zugleich ist sie verwundbar und kann zur Gefährdung eigener Kräfte beitragen. Neben dem Schutz der übertragenen Inhalte durch moderne kryptographische Verfahren und der Sicherstellung verfügbarer Verbindungen unter Störmaßnahmen ist ein weiterer Aspekt von besonderer operativer Bedeutung: die Reduzierung der eigenen elektromagnetischen Signatur. Jede direkte Funkverbindung zwischen zwei Sendestationen birgt das Risiko, abgefangen, gestört oder zur Positionsbestimmung ausgenutzt zu werden.

Bisher wird dieser Bedrohung vor allem mit technischen und taktischen Gegenmaßnahmen begegnet, etwa durch Frequency Hopping, Burst-Übertragungen, Richtfunk, kurze Sendezyklen, Funkdisziplin oder hohe Mobilität. Diese Maßnahmen sind wirksam, begrenzen aber häufig Reichweite, Flexibilität und Nutzbarkeit drahtloser Kommunikation im Einsatz. Gleichzeitig steigt der Bedarf an breitbandigen und resilienten Verbindungen, etwa für taktische Datenlinks, für vernetzte Sensorsysteme oder für kontinuierlich aktualisierbare Lagebilder im „Military Internet of Things“.

Hier setzt InSuReCS an. Ziel des Forschungsprogramms ist die Entwicklung einer adaptiv steuerbaren Sende- und Empfangstechnologie auf Basis intelligenter Metaoberflächen, insbesondere sogenannter Reconfigurable Intelligent Surfaces (RIS). Diese sollen so eingesetzt werden, dass Kommunikation und Aufklärung nicht nur direkt, sondern auch indirekt über eine Zwischen- oder Relaisstation erfolgen können. Dadurch lässt sich der Übertragungsweg dynamisch anpassen, gezielt umlenken und im Idealfall so gestalten, dass die eigene Position deutlich schwerer aufklärbar wird.

Die technologische Zielrichtung geht dabei über klassische Funktechnik hinaus. Die zu entwickelnden Systeme sollen ankommende, stark fokussierte Übertragungen gezielt zwischen Sender und Empfänger weiterleiten und zugleich neue Möglichkeiten für aktive und passive Aufklärung durch Nutzung innovativer Methoden des Joint Communication and Sensing (JSAC) eröffnen. InSuReCS verbindet damit die Themen sichere Kommunikation und Sensorik in einem Ansatz, der sowohl bestehende Funktechnik ergänzen als auch neue militärisch relevante Kommunikationsanwendungen vorbereiten soll.

Das Programm ist im Themenfeld vertrauenswürdiger technischer Wertschöpfungsketten verortet und als disruptive Risikoforschung angelegt. Im Fokus steht die Übertragung von Technologien, die perspektivisch auch im 6G-Mobilfunk eine Rolle spielen, in hochdynamische Militär- und Krisenbewältigungsszenarien. Zentrale Innovationsziele sind die weitgehend plattformunabhängige Einsetzbarkeit, die Integration in bestehende und künftige Funkanwendungen sowie die kontinuierliche Anpassung der RIS-Konfiguration in hochmobilen Einsatzszenarien.

Mit dem virtuellen Partnering-Event am 16. April, von 9:00 bis 12:00 Uhr, schafft die Cyberagentur einen strukturierten Raum für Information und Vernetzung. Interessierte erhalten dort vertiefte Einblicke in Inhalte und Zielsetzung des geplanten Forschungsprogramms. Zugleich bietet die Veranstaltung die Möglichkeit, fachliche Schwerpunkte sichtbar zu machen und frühzeitig mit potenziellen Partnern für die Bildung geeigneter Konsortien ins Gespräch zu kommen.

Die Agenda umfasst eine Einführung in die Arbeit der Cyberagentur, die Vorstellung des Forschungsprogramms InSuReCS und des geplanten Vergabeverfahrens, sowie Kurzpräsentationen der teilnehmenden Partner mit einer Dauer von jeweils drei Minuten. Die Anmeldung zum Partnering-Event ist bis zum 10. April 2026 über das Anmeldeformular (https://forms.office.com/pages/responsepage.aspx?id=3a31WqhnZkGkTqRruXzd4lVbTNUaWRFMn369W1WDBFFURFBJNkw4T0ZCM0FBU0VLWDFLTEMxWUlJSS4u&route=shorturl) möglich.

Der virtuelle Raum soll dazu dienen, technische Expertise zusammenzuführen, Perspektiven zu bündeln und tragfähige Ansätze für die nächste Generation resilienter Kommunikations- und Aufklärungstechnologien zu entwickeln.

Für inhaltliche Rückfragen steht das Programm-Team Vertrauenswürdige Kommunikation unter insurecs@cyberagentur.de zur Verfügung.

Weitere Informationen:

https://www.cyberagentur.de/programme/insurecs/

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